20.0 Poesie des Sommers



Frühling um Frühling versuchte ein Rosenstrauch seine Knospen zum blühen zu bringen, doch es war vergebliche Mühe, sie kamen nie zur Vollendung.


So gab der Strauch auf und als ihn eine Kletterpflanze um Schutz bat, fand er sich endlich nützlich und gewährte ihr seine Zweige.


Die Ranke (Kletterpflanze) blühte in diesem Frühling unaufhörlich, wurde von allen bewundert und es erinnerte nichts mehr daran, dass da einmal ein Rosenstrauch stand.


Ein neugieriger Vogel erkannte unter dem vielen Gestrüpp aber doch noch den Strauch und fragte: Wann wirst Du erblühen? Es ist Frühling und Du hast noch nicht mal eine Knospe?


Der Rosenstrauch entgegnete: das ist nicht mehr wichtig, es ist wichtiger aus sich herauszugehen und sich den anderen zu schenken. Der Glanz der Ranke ist nun mein Leben.


Doch der Vogel erwiderte: wichtig ist auch, dass Du ganz Du selbst bist!

Ein Rosenstrauch, der seiner Aufgabe entsagt, die die Natur ihm anvertraute, da stimmt etwas nicht! Dadurch ist dieser Garten hier unvollständig, die Harmonie fehlt.


„Was kann ich tun?“ Du musst den Mut aufbringen, der Ranke zu sagen, dass sie mit ihrer eigenen Kraft wachsen soll.


Der Rosenstrauch traute sich aber nicht, zweifelte an einer Wende und wurde immer schwächer.


Eines Tages brach ein Sturm auf und ein Zug von Schwalben suchte schützend Zuflucht. Sie hörten die Hilfeschreie des Strauches und halfen ihm seine Zweige von der Ranke zu befreien.


Der Rosenstrauch war so dankbar und konnte sich nun endlich richtig entfalten!

Er glaubte wieder fest daran, dass im nächsten Jahr seine Knospen blühen werden und verstand es trotzdem achtsam für andere zu sein, jedoch aber nicht sich selber zu verleugnen!

Text-Inspiration und Adaption: Gudrun Burkhard

Model: Lara, Lisa, Jonny, Niklas

Fotos: artworks.ds

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